Das Wichtigste in Kürze
- Das Parlament hat am 19. Dezember 2025 die neuen Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» beschlossen. Sie machen die Höhere Berufsbildung international lesbarer.
- Es ist kein neuer Abschluss und kein neuer Studiengang. Dein Diplom HF oder Dein eidg. Fachausweis bleibt das Fundament, der Zusatz ordnet ihn international ein.
- Der Titel wird nie allein geführt, sondern immer zusammen mit dem geschützten Originaltitel (z. B. «Dipl. Betriebswirtschafter:in HF, Professional Bachelor»).
- Rechtlich verbindlich wird die Titelführung erst ab dem 1. Oktober 2026, dem vom Bundesrat am 24. Juni 2026 festgelegten Inkrafttreten.
- Du brauchst für den Zusatz einen Abschluss der Höheren Berufsbildung, also ein HF-Diplom oder einen eidgenössischen Fachausweis. An der BVS erreichst Du beides berufsbegleitend.
Der Schweizer Bildungsraum bekommt ein historisches Update. Mit der am 19. Dezember 2025 beschlossenen Einführung der Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» soll die Höhere Berufsbildung die internationale Sichtbarkeit erhalten, die sie verdient. Ich erkläre Dir hier, was der aktuelle Stand konkret für Dein Diplom und Deinen Lebenslauf bedeutet, wie Du den Zusatz korrekt nutzt und welchen Service BVS-Absolvent:innen dafür bekommen.
Themenübersicht
- Aktueller Stand: grünes Licht aus Bern
- Was ist der «Professional Bachelor» genau?
- Professional Bachelor oder Fachhochschule: wo liegt der Unterschied?
- Wie nutzt Du den Titel im Lebenslauf richtig?
- Wann kommt der Titel aufs Diplom?
- Welcher Weg führt Dich zum Titel?
- BVS Special: Lösungen für Alumni und Neustudierende
- Häufige Fragen (FAQ)
Aktueller Stand: grünes Licht aus Bern
Der Entscheid ist gefallen: Das Parlament hat die Revision in beiden Räten verabschiedet. Nach dem Ständerat hat am Freitag, 19. Dezember 2025, auch der Nationalrat in der Schlussabstimmung mit grosser Mehrheit zugestimmt.
Damit ist die Einführung der Titelzusätze politisch beschlossen und gesetzlich verankert. Das Ziel der Reform: Die Schweizer Höhere Berufsbildung, also die Tertiärstufe B, soll international verständlicher werden. Die praxisorientierte Ausbildung wird durch die neuen englischen Bezeichnungen auf dem globalen Arbeitsmarkt besser vergleichbar.
Was ist der «Professional Bachelor» genau?
Es ist kein neuer Studiengang und kein neuer Abschluss, sondern ein ergänzender Titelzusatz zu Deinem bestehenden Diplom. Genau hier herrscht oft Verwirrung, deshalb die wichtigsten Punkte im Klartext.
Kein neuer Abschluss
Dein bestehendes Diplom, zum Beispiel «Dipl. Betriebswirtschafter:in HF» oder «Technische:r Kaufmann:frau mit eidg. FA», bleibt das Fundament. Du musst nichts neu absolvieren.
Ein Titelzusatz
Der «Professional Bachelor» ergänzt Deinen Titel, er ersetzt ihn nicht. Er ordnet Deinen Abschluss international verständlich ein, ohne den geschützten Originaltitel zu verändern.
Welche Abschlüsse führen zum Titel?
Der Zusatz steht nicht für einzelne Lehrgänge, sondern wertet die gesamte Höhere Berufsbildung auf:
- Alle Höheren Fachschulen (HF): zum Beispiel Dipl. Betriebswirtschafter:in HF, Marketingmanager:in HF oder Wirtschaftsinformatiker:in HF erhalten den Zusatz «Professional Bachelor».
- Alle eidgenössischen Fachausweise (Berufsprüfungen): ob HR-Fachleute, Technische Kaufleute, Fachleute im Finanz- und Rechnungswesen oder Logistikfachleute, sie alle erhalten die internationale Anerkennung.
- Höhere Fachprüfungen (eidg. Diplom): erhalten gemäss Reform den Zusatz «Professional Master».
Professional Bachelor oder Fachhochschule: wo liegt der Unterschied?
Beide Wege führen auf die Tertiärstufe, unterscheiden sich aber im Profil: praxisnah versus akademisch. Der Professional Bachelor signalisiert eine starke Praxisorientierung, während FH- und Uni-Abschlüsse stärker akademisch ausgerichtet sind.
| Kriterium | HF / eidg. FA mit «Professional Bachelor» | Bachelor Fachhochschule (FH) |
|---|---|---|
| Profil | praxisorientiert, direkt im Beruf anwendbar | akademisch, theoriebetont |
| Stufe | Tertiärstufe (HF-Diplome: NQR-Stufe 6) | Tertiärstufe (Hochschule) |
| Lernformat | berufsbegleitend, hybrid, ohne Erwerbsunterbruch | je nach Modell, oft mehr Präsenz |
| Zugang Masterstudium | möglich, aber «sur dossier» im Ermessen der Hochschule | direkter Anschluss an einen Master |
Wichtig zur Einordnung: Der Titelzusatz ist kein automatischer Türöffner für ein Masterstudium an einer Universität. Die Zulassung erfolgt weiterhin «sur dossier» und liegt im Ermessen der jeweiligen Hochschule. Wer den Hochschulweg gehen möchte, findet bei den Möglichkeiten, Hochschulniveau zu erreichen die konkreten Anschlüsse.
Wie nutzt Du den Titel im Lebenslauf richtig?
Der grösste Vorteil liegt in der Sichtbarkeit, und die nutzt Du nur, wenn Du den Titel korrekt schreibst. Wer bisher im Ausland erklären musste, was ein «eidg. Fachausweis» ist, hat es künftig leichter.
Achtung bei der Schreibweise
Der Zusatz darf nicht allein geführt werden, sonst entstehen Verwechslungen mit akademischen Graden. Er dient immer als Zusatz zum geschützten Titel:
- Falsch: Max Muster, Professional Bachelor
- Richtig: Max Muster, Dipl. Betriebswirtschafter:in HF, Professional Bachelor
So zeigst Du Arbeitgebenden klar, dass Du auf Tertiärniveau ausgebildet bist, und stärkst Deine Verhandlungsbasis bei Lohn- und Aufstiegsgesprächen. Wie sich der Schritt in die Höhere Berufsbildung konkret auf die Karriere auswirkt, ordnet der Beitrag Lohnt sich eine HF-Ausbildung? ein.
Wann kommt der Titel aufs Diplom?
Rechtlich verbindlich wird die Titelführung erst mit dem Inkrafttreten, das der Bundesrat festlegt. Die Referendumsfrist ist am 17. April 2026 unbenutzt abgelaufen. Der Bundesrat hat das Inkrafttreten am 24. Juni 2026 auf den 1. Oktober 2026 festgelegt. Erst ab diesem Datum ist die Führung des Titelzusatzes rechtlich verbindlich.
Welcher Weg führt Dich zum Titel?
Du brauchst für den Zusatz einen Abschluss der Höheren Berufsbildung, also ein HF-Diplom oder einen eidgenössischen Fachausweis. Beide Wege kannst Du an der BVS berufsbegleitend gehen, ohne Deinen Job zu kündigen oder Deine Karriere zu pausieren.
Beim Thema Finanzierung lohnt sich der genaue Blick, denn die beiden Wege funktionieren unterschiedlich:
- HF-Bildungsgänge: Das Schulgeld ist bereits über Kantonsbeiträge subventioniert, weil Bund und Kanton die anerkannten HF-Bildungsgänge mitfinanzieren. Einen persönlichen Bundesbeitrag beantragst Du hier nicht. Zahlt Dein Wohnsitzkanton keinen Beitrag, erhöht sich das Studiengeld.
- Eidgenössische Fachausweise (Berufsprüfung): Hier holst Du bis zu 50 Prozent der Kurskosten vom Bund zurück, und zwar nach dem Antritt der eidgenössischen Prüfung und unabhängig vom Ergebnis. Den Antrag stellst Du selbst.
Welche Variante für Dich passt, klärst Du am besten im persönlichen Gespräch. So findest Du heraus, welcher Abschluss zu Deinem Ziel und welche Förderung zu Deiner Situation passt.
Unser Studienmodell ist für Berufstätige gebaut, und genau das macht den Weg zum Titel planbar:
- Hybrid-Unterricht: Du entscheidest pro Lektion zwischen Teilnahme vor Ort oder im Online-Livestream.
- Aufzeichnung jeder Lektion: Verpasste Stunden holst Du bequem per Video nach.
- Monatlicher Studienstart: Du steigst flexibel ein und verschiebst Deine Karriere nicht.
Weil jede Lektion aufgezeichnet wird und der Unterricht hybrid stattfindet, ist das Studium perfekt planbar, auch für Studierende aus Zürich, Luzern, Basel, Chur, Olten und allen anderen Schweizer Orten. Der Standort St. Gallen ist dabei kein Hindernis, denn Du studierst von überall in der Deutschschweiz.

BVS Special: Lösungen für Alumni und Neustudierende
Als Bildungsinstitution begleite ich diesen Prozess eng. Besonders wichtig ist mir, dass niemand wegen bürokratischer Mühlen benachteiligt wird.
Der BVS Alumni-Service
Hast Du Deinen Abschluss an der BVS St. Gallen bereits in der Tasche? Der Bund stellt alte Diplome nicht automatisch neu aus. Du kannst aber ab Mitte Oktober 2026 beim SBFI gegen eine Gebühr einen offiziellen Diplomzusatz beantragen. Ich gehe für Dich noch einen Schritt weiter: Die BVS St. Gallen stellt ihren Alumni ein Bestätigungszertifikat aus. Darin verweise ich auf die neuen Gesetzesgrundlagen, damit Du Deinen Titelzusatz bei Bewerbungen transparent belegen kannst, sobald das Gesetz in Kraft tritt.
Der flexible Weg zum Titel
Du hast noch keinen Abschluss auf Tertiärstufe? Dann ist der erste Schritt ein HF-Diplom oder ein eidgenössischer Fachausweis. An der BVS startest Du monatlich, lernst hybrid und behältst Deinen Job. Den nächsten Ausbaustand nach dem HF bildet das NDS HF, mit dem Du Dich gezielt spezialisierst, etwa als Dipl. Betriebswirtschafter:in NDS HF.
Häufige Fragen (FAQ)
Nein, Dein bestehendes Diplom behält seine Gültigkeit. Der neue Titel ist ein Zusatz. Ob alte Diplome neu gedruckt werden, entscheidet der Bund. BVS-Alumni erhalten vorab ein Bestätigungszertifikat von uns.
Die Führung des Titels an sich ist kostenlos. Für die Ausstellung neuer Diplomurkunden, falls der Bund das anbietet, könnten Verwaltungsgebühren anfallen. Das BVS-Alumni-Zertifikat ist ein Service der Schule.
Ja, das ist das Hauptziel des Zusatzes. «Professional Bachelor» ist international verständlich und verortet Deine Qualifikation auf der Tertiärstufe. HF-Diplome sind im Nationalen Qualifikationsrahmen auf Stufe 6 eingeordnet.
Beides führt zum Zusatz. Ein HF-Diplom und ein eidgenössischer Fachausweis gehören beide zur Höheren Berufsbildung. Die Finanzierung unterscheidet sich: Beim HF ist das Schulgeld über Kantonsbeiträge subventioniert, beim Fachausweis erhältst Du nach Antritt der eidgenössischen Prüfung bis zu 50 Prozent der Kurskosten vom Bund zurück.
Nicht automatisch. Der Zusatz ist kein garantierter Zugang zum Masterstudium. Die Zulassung prüft die jeweilige Hochschule «sur dossier» und entscheidet im Einzelfall.
Vom Einstieg bis zum Titel
Die Einführung des Professional Bachelor macht Bildungswege planbarer. Wer heute mit einem Handelsdiplom einsteigt, hat eine klare Perspektive: Der Weg führt über die Berufspraxis und ein HF-Diplom oder einen eidgenössischen Fachausweis bis zum international lesbaren Titelzusatz. Möchtest Du mehr über die Anerkennung und die verschiedenen Wege zum Ziel erfahren?
