Lesezeit: 2 Min.
Wer in einer Branche langfristig erfolgreich sein will, muss Trends nicht nur erkennen, sondern sie aktiv nutzen. Im Rahmen des Nachdiplomstudiums (NDS HF) an der BVS St. Gallen stand kürzlich genau dieses Thema im Fokus. Eine zentrale Erkenntnis aus dem Unterrichtsfach Betriebswirtschaftslehre: Künstliche Intelligenz (KI) senkt das Niveau der Bildung nicht – sie hebt es massiv an.
Die Evolution der Lernleistung
Ein Blick zurück zeigt, wie sich die Anforderungen an Studierende verändert haben:
- 1990er-Jahre: Die Leistung bestand im Zusammentragen. Informationen waren fragmentiert und schwer zugänglich. Wer Wissen ordnen und verdichten konnte, erbrachte eine Höchstleistung.
- 2000er/2010er-Jahre: Mit dem Internet verlagerte sich der Fokus. Es ging um das Suchen, Anwenden und Zusammenstellen von verfügbarem Wissen.
- Heute (2025/2026): Tools wie ChatGPT erledigen die Recherche und Zusammenfassung in Sekunden. Ist das Schummeln? Nein, es ist eine Verschiebung der Kompetenzen nach oben.
Neue Kompetenzen: Urteilsfähigkeit statt Fleissarbeit
Das eigentliche Lernen beginnt heute dort, wo die KI aufhört. Die Aufgabe von Studierenden ist es nicht mehr, Texte zu produzieren, sondern KI-Ergebnisse kritisch zu reflektieren, blinde Flecken zu erkennen und Konsequenzen sichtbar zu machen.
Das Lernen verlagert sich auf eine höhere Taxonomie-Stufe: Es wird dialogisch, transparent und kollaborativ. Anstatt dass ein Ergebnis nur an den Dozenten geht, werden Lösungen auf Lernplattformen geteilt, gegenseitig beurteilt und weiterentwickelt. KI erhöht somit den Anspruch an das eigene Denken und die Verantwortung der Studierenden.
