Du hast einen eidgenössischen Fachausweis, ein eidgenössisches Diplom oder einen HF-, FH- oder Uni-Abschluss in der Tasche und stehst beruflich an einem Punkt, an dem die nächste Stufe ruft: Verantwortung für Zahlen, Strategie und Menschen. Genau hier setzt das Nachdiplomstudium Dipl. Betriebswirtschafter:in NDS HF an der BVS in St. Gallen an. In 12 Monaten baust Du Dir die betriebswirtschaftliche Breite auf, die Dir bisher gefehlt hat, ohne Deinen Beruf zu unterbrechen.
Ich zeige Dir hier, was Dich inhaltlich erwartet, wie das Studium aufgebaut ist, was es kostet und was Du danach wirklich kannst.
Themenübersicht
- Was ist das NDS Betriebswirtschaft an der BVS?
- Für wen ist das Nachdiplomstudium gemacht?
- Zulassung: das musst Du mitbringen
- Inhalte: 14 Module, die Dich zur Führungskraft formen
- Dauer und Studienmodelle: 12 Monate, hybrid, monatlicher Start
- Investition: Kosten, Zahlung und Finanzierung
- Nutzen für Deine Karriere: was Du nach dem Abschluss kannst
Was ist das NDS Betriebswirtschaft an der BVS?
Das NDS Betriebswirtschaft ist ein Nachdiplomstudium an einer Höheren Fachschule. Nach dem erfolgreichen Abschluss trägst Du den Titel Dipl. Betriebswirtschafter:in NDS HF. Der Abschluss orientiert sich an CAS- und DAS-Abschlüssen auf Fachhochschulstufe.
Das NDS ist kein Ersatz für ein HF-Diplom, sondern ein gezielter Aufbau darauf. Es bündelt in einem Jahr die Themen, die Dich auf eine Position im mittleren oder höheren Kader oder in die Geschäftsleitung eines KMU vorbereiten: Strategie, Finanzen, Recht, HR und Marketing.
Für wen ist das Nachdiplomstudium gemacht?
Die BVS hat das NDS HF Betriebswirtschaft bewusst für Berufsleute konzipiert, die in ihrer ursprünglichen Ausbildung keine betriebswirtschaftliche Spezialisierung hatten. Konkret: für Menschen aus gewerblichen, technischen, sozialen, gestalterischen, landwirtschaftlichen, gastgewerblichen oder anderen tertiären Bildungswegen.
Typische Profile, die ich an der BVS sehe:
- Aus dem technischen Umfeld: Bauleitung, Informatik, Ingenieurwesen. Du hast in einem Projekt erstmals Personalverantwortung übernommen und merkst, dass Buchhaltung, Vertragsrecht und Strategie Dir fehlen.
- Aus HR oder Verkauf: Du hast einen eidgenössischen Fachausweis und willst eine breite Geschäftsperspektive ergänzen, bevor Du in die Geschäftsleitung wechselst.
- Aus dem Gewerbe oder Gastgewerbe: Du übernimmst einen Familienbetrieb oder gründest selbst. Dir fehlt das BWL-Fundament, um die Firma sauber zu führen.
- Aus einem sozialen oder gestalterischen Beruf: Du wechselst von der Fachrolle in eine Leitungsrolle und brauchst das betriebswirtschaftliche Vokabular.
Die Studiengruppe ist dadurch vielfältig. Genau das ist der Lernvorteil: Die anderen Personen in Deinem Jahrgang bringen Praxisbeispiele aus Branchen mit, die Du sonst nie erleben würdest.
Zulassung: das musst Du mitbringen
In der Regel wirst Du zum NDS HF Betriebswirtschaft an der BVS zugelassen, wenn Du einen der folgenden Abschlüsse hast plus mindestens 2 Jahre qualifizierte Praxiserfahrung:
- Eidgenössischen Fachausweis (zum Beispiel HR-Fachleute mit eidg. Fachausweis oder Schreiner-Werkmeister mit eidg. Fachausweis)
- Eidgenössisches Diplom (zum Beispiel Bauleiter:in oder Informatiker:in mit eidg. Diplom)
- Diplom einer Fachhochschule, Universität, Höheren Fachschule oder das Höhere Wirtschaftsdiplom HWD VSH Management
Dazu kommt eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens 50 Prozent während der ganzen Studiendauer. Das Studium ist konsequent berufsbegleitend aufgebaut, der Praxistransfer läuft über Deinen eigenen Job.
Wenn Du diese formalen Bedingungen nicht erfüllst, aber eine besondere und mindestens 5-jährige qualifizierte Berufspraxis nachweisen kannst, prüft die Schulleitung eine Aufnahme „sur dossier». Das ist kein Hintertürchen, sondern ein offener Weg für Quereinsteigende mit echter Erfahrung.
Empfehlung: Lass Dein Dossier unverbindlich einschätzen, bevor Du Dich anmeldest. Die BVS macht das schriftlich auf Basis Deiner Unterlagen.
Inhalte: 14 Module, die Dich zur Führungskraft formen
Das Studium besteht aus 14 Modulen mit insgesamt 277 Lektionen Kontaktstudium. Ich gruppiere sie in drei thematische Blöcke, damit Du den roten Faden siehst.
Betriebswirtschaftliches Kernhandwerk
- Betriebswirtschaftslehre (BWL): das Fundament für alles, was danach kommt
- Volkswirtschaftslehre (VWL): Du verstehst Konjunktur, Märkte und makroökonomische Zusammenhänge
- Rechnungswesen: Bilanzen lesen, interpretieren, Entscheidungen daraus ableiten
- Wirtschaftsrecht und Steuerkunde: die rechtliche und fiskalische Sicht auf jede Unternehmensentscheidung
- Marketing: Konzepte entwickeln, Märkte segmentieren, Massnahmen messbar machen
Führung, Strategie und Menschen
- Strategisches Management und Leadership: wie eine Firma strategisch positioniert und geführt wird
- HR-Management und Arbeitsrecht: Personalentwicklung, Lohnfragen, arbeitsrechtliche Sicherheit
- Coaching, Konfliktmanagement und Mediation: die Werkzeuge, die Du im Alltag täglich brauchst
- Wirtschaftsethik: verantwortungsvolle Führungsentscheidungen
- Präsentationstechniken: Du lernst, vor dem Verwaltungsrat oder vor dem Team zu überzeugen
Anwendung und Praxistransfer
- Organisation, Projektmanagement und Change Management: Du führst Veränderungen durch, statt sie nur zu verwalten
- Firmenbesuche: Du siehst andere Unternehmen von innen, mit allem was dazugehört
- Diplomarbeit: Du bearbeitest eine echte Problemstellung aus Deinem beruflichen Umfeld, mit frei wählbarer Betreuung
Insgesamt sind das mehr als 900 Lernstunden über das ganze Jahr verteilt (Kontaktstudium, angeleitetes Selbststudium, freies Selbststudium). Das entspricht 36 ECTS-Punkten.
Lernkontrollen statt Schlussprüfung: Jedes Modul wird monatlich abgeschlossen. Es gibt keine fachübergreifende Schlussprüfung am Studienende. Stattdessen arbeitest Du mit Online-Tests, Arbeitsaufträgen, Modulprüfungen und einer praxisnahen Diplomarbeit. Das hält Dich kontinuierlich im Stoff und reduziert den Prüfungsstress am Schluss massiv.
Dauer und Studienmodelle: 12 Monate, hybrid, monatlicher Start
Die formale Studiendauer beträgt 12 Monate mit 40 Kurswochen. Du wählst zu Beginn eine von zwei Studienvarianten:
Variante 1: Dienstag und Donnerstagabend
- Dienstag (hybrid, wählbar vor Ort oder online): 17:45 bis 21:00 Uhr
- Donnerstag (online): 17:45 bis 21:00 Uhr
Variante 2: Freitagnachmittag und Freitagabend
- Freitagnachmittag (hybrid): 12:45 bis 16:00 Uhr
- Freitagabend (hybrid): 17:00 bis 20:15 Uhr
Die Modulprüfungen finden einmal pro Monat jeweils samstags am Standort St. Gallen statt. Die Diplomarbeit ist spätestens zwei Monate nach Abschluss des Präsenzstudiums einzureichen.
Drei Eigenschaften des BVS-Modells
- Monatlicher Studienstart: Du musst nicht auf den September warten. Wenn Du heute den Entscheid triffst, kannst Du im nächsten Monat starten.
- Hybrid pro Lektion: Du entscheidest jede Woche neu, ob Du vor Ort oder online dabei bist. Es ist nicht „entweder online oder Präsenz», sondern „so wie es bei Dir gerade passt».
- Jede Lektion wird aufgezeichnet: Wenn Du eine Stelle nicht verstanden hast oder vor der Modulprüfung repetieren willst, hast Du die Aufnahme jederzeit zur Verfügung. Wichtig: Die Aufzeichnung einer Lektion dient ausschliesslich der Nachbereitung. Das Ansehen der Aufzeichnung ersetzt die Teilnahme am Unterricht nicht und gilt nicht als Erfüllung der Präsenzpflicht.
Der monatliche Start und der hybride Unterricht machen das Studium für die ganze Schweiz planbar. Ich sehe an der BVS regelmässig Studierende aus Zürich, Luzern, Basel, Chur, Olten und vielen weiteren Schweizer Orten. Der Standort St. Gallen ist die schulische Heimat, nicht die geografische Beschränkung. Mit der Hybrid-Option funktioniert das Studium auch dann, wenn Du nur einmal pro Monat für die Samstagsprüfung physisch nach St. Gallen kommst: Die Online-Teilnahme gilt als Teilnahme am Unterricht.
Voraussetzung für den Abschluss: mindestens 75% Präsenz pro Fach und alle Prüfungsleistungen bestanden. Prüfungsleistungen werden immer vor Ort durchgeführt.

Investition: Kosten, Zahlung und Finanzierung
Die gesamten Studienkosten betragen CHF 13’990. So setzen sie sich zusammen:
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Semestergebühr (2 Semester à CHF 6’265) | CHF 12’530 |
| Einschreibegebühr | CHF 500 |
| Lehrmittel und Lernunterlagen | CHF 440 |
| Bewertung Prüfungsleistungen | CHF 520 |
| Total | CHF 13’990 |
Das entspricht einer monatlichen Investition von rund CHF 1’166. Du kannst entweder pro Semester im Voraus oder monatsweise im Voraus zahlen.
Wichtig zur Finanzierung
Beim NDS HF gelten andere Regeln als bei einem eidgenössischen Fachausweis oder eidgenössischen Diplom: Der Bund spricht für das NDS HF keine Bundesbeiträge wie bei den eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen. Planbar wird die Investition über den festen Semesterpreis, die Zahlung in Raten, eine Arbeitgeberbeteiligung und den steuerlichen Abzug beruflich veranlasster Weiterbildungskosten.
Mein Tipp: Informiere Dich im persönlichen Beratungsgespräch über Deine Finanzierungsmöglichkeiten. Die Schulleitung weiss, welche Stiftungen, Arbeitgebermodelle und Steuerabzüge in Deinem Fall realistisch sind.
Nutzen für Deine Karriere: was Du nach dem Abschluss kannst
Nach dem Abschluss verfügst Du über eine hohe betriebswirtschaftliche und soziale Kompetenz, die es Dir erlaubt, ein KMU autonom und kompetent zu führen oder in Grossunternehmen eine Position im mittleren und höheren Kader einzunehmen. Konkret heisst das:
- Du denkst ganzheitlich und strategisch und führst Mitarbeitende entsprechend
- Du verstehst volkswirtschaftliche Zusammenhänge und kannst sie auf Deine Branche übertragen
- Du entwickelst Marketingkonzepte, die Märkte segmentieren und Massnahmen messbar machen
- Du verstehst und koordinierst die Finanzsituation Deines Unternehmens
Lohnbild gemäss ODEC
Der ODEC (Schweizerischer Verband der diplomierten Absolventinnen und Absolventen Höherer Fachschulen) erhebt alle zwei Jahre Salärdaten für HF-Abschlüsse. In der ODEC Salärstudie HF 2025/2026 liegt der Durchschnittswert in der Fachrichtung Betriebswirtschaft bei 100 Prozent Lohn im letzten vollen Studienjahr bei CHF 84’700 und 8,2 Jahre nach dem Abschluss bei CHF 123’100. Wo Du konkret landest, hängt von Branche, Region und Berufserfahrung ab. Die aktuelle Salärbroschüre findest Du unter odec.ch und sie lohnt sich als Referenz für Deine eigene Gehaltsplanung.
Karriereoptionen, die ich konkret beobachte
- In den KMU: Bereichsleitung, Standortleitung, Geschäftsleitungsmitglied, später Geschäftsführung
- Im Grossunternehmen: Teamleitung mit Budgetverantwortung, Abteilungsleitung, Stabsfunktion in Strategie oder Finanzen
- Selbständigkeit: solide Basis für eine Unternehmensgründung oder die Übernahme eines Familienbetriebs
Das NDS HF Betriebswirtschaft macht Dich nicht automatisch zur Geschäftsleiterin oder zum Geschäftsleiter. Es liefert Dir aber das fachliche und methodische Fundament, das in dieser Rolle vorausgesetzt wird.

Lehrgang & Karriere-Optionen
Dipl. Betriebswirtschafter:in NDS HF
Der Hauptkurs dieses Beitrags: 12 Monate, hybrid mit Aufzeichnung jeder Lektion, monatlicher Studienstart, CHF 13’990 Gesamtkosten.
Dipl. Betriebswirtschafter:in HF
Das HF-Diplom ohne Vorqualifikation auf tertiärer Stufe. 36 Monate (24 Monate verkürzt).
Dipl. Marketing- und Verkaufsleiter:in NDS HF
Das typische Folge-NDS HF mit verkürzter Studiendauer und reduzierten Kosten. Wenn Du nach dem ersten NDS gezielt in Marketing und Verkauf vertiefen willst.
Kurz & Bündig: Die wichtigsten Fragen
12 Monate mit 40 Kurswochen und insgesamt 277 Lektionen Kontaktstudium. Hinzu kommen über 400 Lektionen für selbstgesteuerte Transferaufgaben und mindestens 200 Stunden für die Diplomarbeit. Das ergibt insgesamt über 900 Lernstunden und entspricht 36 ECTS-Punkten.
Die gesamten Studienkosten betragen CHF 13’990 (CHF 12’530 Semestergebühren + CHF 500 Einschreibung + CHF 440 Lehrmittel + CHF 520 Bewertung Prüfungsleistungen). Das entspricht rund CHF 1’166 pro Monat. Wichtig: Für das NDS HF gibt es keine Bundesbeiträge wie bei einer Berufsprüfung oder höheren Fachprüfung. Zahlbar ist der Betrag pro Semester oder monatsweise im Voraus, und beruflich veranlasste Weiterbildungskosten sind steuerlich abzugsfähig.
In der Regel brauchst Du einen eidgenössischen Fachausweis, ein eidgenössisches Diplom oder einen HF-, FH- oder Uni-Abschluss plus mindestens 2 Jahre qualifizierte Praxis. Wer diese formalen Bedingungen nicht erfüllt, aber eine besondere mindestens 5-jährige qualifizierte Berufspraxis nachweist, kann „sur dossier» aufgenommen werden. Dazu kommt eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens 50 Prozent während der ganzen Studiendauer.
Ja. Du kannst jede Lektion online besuchen. Bei den hybriden Lektionen entscheidest Du, ob Du vor Ort oder online dabei bist, und beides gilt als Teilnahme am Unterricht. Das macht das Studium für Studierende aus Zürich, Luzern, Basel, Chur, Olten und allen anderen Schweizer Orten planbar. Nur die Modulprüfungen und Prüfungsleistungen finden physisch in St. Gallen statt (1x pro Monat samstags).
